Stromfresser im Haushalt finden und Heizkosten senken: 18 einfache Checks
Die Stromrechnung steigt, aber du hast eigentlich nichts verändert?
Die Heizung läuft gefühlt genauso wie immer, trotzdem fällt die Abrechnung höher aus?
Dann beginnt die Suche nach dem berühmten Stromfresser. Verdächtigt werden meist sofort der Fernseher, der Wasserkocher und das Ladegerät neben dem Bett. Manchmal stimmt das sogar. Häufig liegt die Ursache aber nicht bei einem einzigen spektakulären Gerät, sondern bei mehreren kleinen Gewohnheiten, einem alten Großgerät oder einer Heizung, die unnötig viel arbeitet.
Der größte Fehler wäre jetzt, wahllos neue Geräte zu kaufen.
Bevor du Geld für eine sparsame Steckdosenleiste, intelligente Thermostate oder einen neuen Kühlschrank ausgibst, solltest du zunächst herausfinden:
- Wie hoch ist dein tatsächlicher Verbrauch?
- Welche Geräte laufen besonders lange?
- Was verbraucht auch dann Strom, wenn es scheinbar ausgeschaltet ist?
- Welche Räume werden wärmer gehalten als nötig?
- Wird richtig gelüftet?
- Gibt es technische Auffälligkeiten?
- Welche Maßnahme spart wirklich genug, um sich zu lohnen?
In diesem Artikel gehen wir den Haushalt Schritt für Schritt durch.
Du erfährst:
- wie du Stromfresser mit und ohne Messgerät findest,
- wie du den Verbrauch eines Geräts in Euro umrechnest,
- welche Geräte besonders genau geprüft werden sollten,
- wie du Stand-by-Verbrauch erkennst,
- wie du Kühlgeräte, Waschmaschine und Trockner sparsamer nutzt,
- wie du Heizkosten senkst, ohne in einer kalten Wohnung zu sitzen,
- und welche Maßnahmen für Mieter beziehungsweise Eigentümer infrage kommen.
Dabei geht es nicht darum, die Familie fortan im Dunkeln essen zu lassen oder jeden warmen Duschstrahl mit schlechtem Gewissen zu begleiten.
Wir suchen zuerst die unnötige Energie. Nicht den Komfort, der dir wirklich wichtig ist.
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Der Energie-Check begleitet dich Schritt für Schritt durch Stromverbrauch, Heizung und Warmwasser.
Enthalten sind:
- Abrechnungsvergleich
- Zählerprotokoll
- Geräteübersicht
- 7-Tage-Messplan
- Stand-by-Check
- Küchen- und Waschküchencheck
- Heizcheck für jeden Raum
- Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsprotokoll
- Maßnahmenplanung
- Budgetübersicht
- monatlicher Verbrauchsvergleich
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Du musst nicht jedes Gerät gleichzeitig untersuchen. Beginne mit den Dingen, die lange laufen, Wärme oder Kälte erzeugen oder schon viele Jahre in Betrieb sind.
Ein Eierkocher, der zweimal pro Monat verwendet wird, ist vermutlich nicht der große Gegenspieler deiner Haushaltskasse. Auch wenn er auf der Arbeitsplatte ein wenig verdächtig aussieht.
Stromverbrauch und Heizenergie getrennt betrachten
Auf deiner Abrechnung erscheinen Strom und Heizung oft getrennt. Im Alltag hängen sie trotzdem zusammen.
Für Strom bezahlst du unter anderem für:
- Kühl- und Gefriergeräte,
- Waschen und Trocknen,
- Kochen und Backen,
- Unterhaltungselektronik,
- Computer und Router,
- Beleuchtung,
- elektrische Warmwasserbereitung,
- möglicherweise elektrische Heizgeräte,
- sowie technische Bestandteile der Heizungsanlage.
Für Heizenergie bezahlst du vor allem für:
- Raumwärme,
- Warmwasser,
- Wärmeverluste des Gebäudes,
- und den Betrieb der Heizungsanlage.
Heizung und Warmwasser gehören zu den größten Stellschrauben beim Energieverbrauch privater Haushalte. Deshalb wäre ein reiner Steckdosencheck unvollständig.
Bevor du suchst: Verbrauch richtig vergleichen
Eine hohe Rechnung bedeutet nicht automatisch, dass dein Verbrauch stark gestiegen ist.
Prüfe zunächst:
- Abrechnungszeitraum
- tatsächlicher oder geschätzter Zählerstand
- Strompreis beziehungsweise Heiztarif
- Grundpreis
- Haushaltsgröße
- längere Anwesenheit zuhause
- Homeoffice
- neue Geräte
- elektrische Warmwasserbereitung
- besonders kalte Heizperiode
- veränderte Wohnfläche
Vergleiche möglichst die verbrauchten Kilowattstunden, nicht nur den Rechnungsbetrag.
Wenn der Preis gestiegen ist, kann die Rechnung höher ausfallen, obwohl du gleich viel oder sogar weniger verbraucht hast.
So berechnest du die Stromkosten eines Geräts
Für ein Gerät mit gleichbleibender Leistung kannst du überschlagen:
Leistung in Watt × Nutzungsstunden × Nutzungstage ÷ 1.000 = Kilowattstunden
Danach:
Kilowattstunden × dein Strompreis = Stromkosten
Beispiel:
Ein Gerät benötigt 100 Watt und läuft täglich vier Stunden.
100 × 4 × 365 ÷ 1.000 = 146 Kilowattstunden pro Jahr.
Die 146 Kilowattstunden multiplizierst du mit dem Preis pro Kilowattstunde aus deinem eigenen Vertrag.
Bei Kühlschränken, Waschmaschinen, Fernsehern und anderen Geräten mit w
18 Checks gegen Strom- und Heizkostenfresser
1. Zählerstand sieben Tage lang beobachten
Bevor du einzelne Geräte verdächtigst, verschaffst du dir einen Überblick über den gesamten Haushalt.
Notiere den Stromzählerstand:
- am ersten Tag,
- möglichst zur gleichen Uhrzeit,
- und nach sieben Tagen erneut.
Vermerke Besonderheiten:
- Wäschetage
- Backofen häufig genutzt
- Gäste
- Homeoffice
- längere Abwesenheit
- ungewöhnlich heißes oder kaltes Wetter
- Nutzung eines elektrischen Heizgeräts
Eine einzelne Woche ist noch kein Jahreswert. Sie zeigt dir aber, ob der Verbrauch gleichmäßig ist oder an bestimmten Tagen deutlich ansteigt.
Wiederhole die Messung später in einer normaleren Woche, wenn der erste Zeitraum ungewöhnlich war.
2. Geräte mit einem Strommessgerät prüfen
Ein Strommessgerät wird zwischen Steckdose und Gerät gesteckt.
Es eignet sich unter anderem für:
- Kühlschrank
- Gefrierschrank
- Fernseher
- Computer
- Spielekonsole
- Waschmaschine
- Trockner
- Geschirrspüler
- Kaffeemaschine
- Luftentfeuchter
- Aquarium
- Zweitkühlschrank
Die Verbraucherzentrale empfiehlt, den tatsächlichen Verbrauch mit einem Strommessgerät zu ermitteln und anschließend mit den Verbrauchswerten neuer Geräte zu vergleichen. Teilweise können Messgeräte bei Beratungsstellen ausgeliehen werden.
Wie lange solltest du messen?
Bei Geräten mit gleichmäßigem Betrieb können einige Stunden ausreichen.
Bei Kühl- und Gefriergeräten solltest du möglichst mehrere Tage messen, weil der Kompressor nicht dauerhaft läuft.
Bei Waschmaschine, Trockner und Geschirrspüler misst du einen vollständigen typischen Programmdurchlauf.
Notiere dabei immer:
- gewähltes Programm
- Temperatur
- Beladung
- Laufzeit
- Kilowattstunden
3. Verbrauch in Bereitschaft messen
Ein ausgeschalteter Bildschirm bedeutet nicht zwingend, dass das Gerät keinen Strom mehr benötigt.
Mögliche heimliche Verbraucher sind:
- Fernseher
- Receiver
- Spielekonsole
- Aktivlautsprecher
- Drucker
- Monitor
- Laptop-Netzteil
- Sprachassistent
- Kaffeemaschine mit Anzeige
- Mikrowelle mit Uhr
- Netzwerkgeräte
Bei neueren Geräten gelten zwar Vorgaben für den Stand-by-Verbrauch, vernetzte Geräte können aber einen höheren Bereitschaftsverbrauch haben. Manche Geräte benötigen nach der Nutzung außerdem noch eine gewisse Nachlaufzeit; deshalb sollte vor dem vollständigen Trennen die Bedienungsanleitung geprüft werden.
Praktisch sind abschaltbare Steckdosenleisten, wenn mehrere Geräte gemeinsam vom Netz getrennt werden dürfen.
Nicht sinnvoll ist blindes Ausschalten bei Geräten, die:
- Updates abschließen,
- Daten speichern,
- einen notwendigen Kühlzyklus durchführen,
- oder laut Hersteller dauerhaft verbunden bleiben sollen.
4. Alte Kühl- und Gefriergeräte messen
Kühlschrank und Gefrierschrank laufen rund um die Uhr.
Darum kann ein ineffizientes Gerät stärker ins Gewicht fallen als ein leistungsstarkes Gerät, das nur selten genutzt wird.
Prüfe besonders:
- Geräte älter als zehn bis fünfzehn Jahre
- Zweitkühlschrank im Keller
- alte Gefriertruhe
- beschädigte Türdichtung
- starke Eisbildung
- ungewöhnlich häufiges Anspringen
- warme Aufstellung neben Herd oder Heizung
- schlechte Belüftung an der Rückseite
Die Verbraucherzentrale empfiehlt bei älteren Großgeräten, den tatsächlichen Verbrauch zu messen und mit einem effizienten Neugerät zu vergleichen, statt nur nach dem Alter zu entscheiden.
Ein alter Kühlschrank muss also nicht automatisch sofort ersetzt werden. Entscheidend sind:
- gemessener Jahresverbrauch
- Größe
- Zustand
- Strompreis
- Anschaffungskosten des Ersatzgeräts
- und tatsächlicher Bedarf.
Ein riesiger neuer Kühlschrank kann trotz besserer Effizienzklasse mehr verbrauchen als ein kleineres Modell.
5. Kühlschrank und Gefriergerät richtig einstellen
Im Kühlschrank reichen im oberen Fach für viele Haushalte etwa sieben Grad Celsius. Für das Gefriergerät werden minus 18 Grad empfohlen. Wird der Kühlschrank unnötig kälter eingestellt, steigt der Stromverbrauch; die Verbraucherzentrale nennt für jedes zusätzliche Grad Kälte ungefähr sechs Prozent mehr Verbrauch.
Prüfe die Temperatur mit einem Kühlschrankthermometer.
Weitere einfache Maßnahmen:
- Tür nur kurz öffnen
- warme Speisen erst abkühlen lassen
- Dichtungen sauber halten
- Gerät nicht direkt an Wärmequellen stellen
- Lüftungsöffnungen freihalten
- starke Eisschichten beseitigen
- passende Gerätegröße wählen
Lebensmittelsicherheit geht dabei vor. Für besonders empfindliche Lebensmittel können niedrigere Temperaturen erforderlich sein.
6. Den Zweitkühlschrank hinterfragen
Ein wenig genutzter Zweitkühlschrank kann im Keller unbemerkt das ganze Jahr laufen.
Frage dich:
- Wird er wirklich dauerhaft benötigt?
- Ist er nur vor Feiern gefüllt?
- Könnte er zeitweise ausgeschaltet werden?
- Ist ein kleineres Gerät ausreichend?
- Wie hoch ist sein gemessener Jahresverbrauch?
Schalte Kühlgeräte nur vollständig ab, wenn sie geleert, gereinigt und mit geöffneter Tür trocknen können.
Der „Getränkekühlschrank für alle Fälle“ ist praktisch. Wenn der letzte tatsächliche Einsatz aber bei der Geburtstagsfeier vor drei Jahren war, darf seine Karriere kritisch überprüft werden.
7. Wäschetrockner genau prüfen
Ein Trockner erzeugt Wärme und benötigt je nach Gerät und Nutzung viel Energie.
Bevor du ihn abschaffst, prüfe zunächst:
- Ist die Waschmaschine ausreichend gefüllt?
- Wird mit hoher Schleuderzahl geschleudert?
- Ist das Flusensieb sauber?
- Sind Wärmetauscher beziehungsweise Filter gepflegt?
- Wird die Wäsche übertrocknet?
- Kann ein Teil auf der Leine trocknen?
- Wird ein passendes Programm genutzt?
Die Verbraucherzentrale empfiehlt einen hohen Schleudergang, wenn danach ein Trockner verwendet wird. Je weniger Wasser die Maschine entfernen muss, desto kürzer arbeitet der Trockner.
Bei einem sehr alten Gerät lohnt sich eine Verbrauchsmessung besonders.
8. Waschtemperatur und Beladung prüfen
Für viele normal verschmutzte Textilien reichen niedrigere Waschtemperaturen aus. Die Verbraucherzentrale nennt 30 Grad als häufig ausreichende Einstellung.
Achte außerdem auf:
- gut gefüllte Trommel
- passendes Eco-Programm
- keine unnötige Vorwäsche
- richtige Waschmitteldosierung
- regelmäßige Pflege der Maschine
- gelegentliche erforderliche Hygienewäsche nach Hersteller- und Textilhinweisen
Ein Eco-Programm läuft häufig länger. Das bedeutet nicht automatisch, dass es mehr Energie verbraucht. Es arbeitet meist mit niedrigeren Temperaturen und nutzt Zeit anstelle zusätzlicher Heizleistung.
9. Geschirrspüler vollständig beladen
Lass den Geschirrspüler möglichst erst laufen, wenn er sinnvoll gefüllt ist.
Dabei gilt:
- Sprüharme müssen sich bewegen können.
- Geschirr darf sich nicht gegenseitig blockieren.
- Das gewählte Programm muss zur Verschmutzung passen.
- Grobe Reste werden entfernt.
- Vorspülen unter fließendem Wasser ist meist nicht notwendig.
Prüfe, ob häufig nur halb volle Maschinen laufen. Zwei halb volle Durchgänge sind selten die sparsamere Lösung.
10. Beim Kochen unnötige Wärme vermeiden
Beim Kochen helfen einfache Gewohnheiten:
- Topfgröße an Kochfeld anpassen
- Deckel verwenden
- nur benötigte Wassermenge erhitzen
- Wasserkocher passend befüllen
- Restwärme nutzen
- Backofen nicht automatisch vorheizen
- Umluft verwenden, wenn das Gericht dafür geeignet ist
Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Umluft gegenüber Ober- und Unterhitze etwa 15 Prozent Energie sparen kann. Für viele Gerichte ist außerdem kein Vorheizen nötig.
Das bedeutet nicht, dass jedes Rezept ohne Vorheizen funktioniert. Empfindliche Backwaren können eine vollständig vorgeheizte Temperatur benötigen.
11. Elektrische Warmwasserbereitung prüfen
Wird Warmwasser mit Strom erzeugt, können Dusche und Waschbecken einen erheblichen Anteil am Stromverbrauch haben.
Prüfe:
- Durchlauferhitzer oder Boiler
- eingestellte Temperatur
- Duschdauer
- Durchflussmenge
- tropfende Armaturen
- unnötig warmes Händewaschen
- alte hydraulische Durchlauferhitzer
- dauerhaft warmgehaltenes Wasser
Ein Sparduschkopf und Strahlregler können den Warmwasserverbrauch senken. Bei einem Durchlauferhitzer sollten Temperatur und Technik fachgerecht beurteilt werden; Einstellungen zur Hygiene und zum Verbrühschutz dürfen nicht leichtfertig verändert werden.
12. Beleuchtung und unnötige Netzteile kontrollieren
LED-Leuchtmittel benötigen nach Angaben der Verbraucherzentrale bis zu 90 Prozent weniger Strom als klassische Glüh- und Halogenlampen.
Ein sofortiger Komplettaustausch aller funktionierenden Leuchten ist trotzdem nicht immer nötig.
Beginne dort, wo Licht lange brennt:
- Küche
- Wohnzimmer
- Arbeitszimmer
- Flur
- Außenbeleuchtung
- Kinderzimmer
Prüfe zusätzlich Lampen mit Netzteilen. Wenn ein Netzteil im ausgeschalteten Zustand warm bleibt, verbraucht es möglicherweise weiter Strom.
13. Fernseher, Computer und Spielekonsole realistisch einstellen
Große Bildschirme benötigen meist mehr Strom als kleinere, selbst wenn sie derselben Effizienzklasse angehören.
Prüfe:
- Bildschirmhelligkeit
- automatische Helligkeitsregelung
- Energiesparmodus
- Ruhemodus des Computers
- Stand-by der Konsole
- nächtliche Updates
- dauerhaft aktive USB-Anschlüsse
- mehrere parallel laufende Bildschirme
- Router und Repeater, die nicht benötigt werden
Schalte Geräte vollständig aus, wenn Herstellerhinweise und Nutzung das zulassen.
Bei Router, Telefonanlage und Sicherheitsgeräten ist dauerhaftes Ausschalten nicht immer sinnvoll. Hier ist eher zu prüfen, ob unnötige Zusatzfunktionen oder alte Geräte im Einsatz sind.
14. Heizungsthermostate richtig verstehen
Ein Thermostat funktioniert nicht wie ein Gaspedal.
Stufe 5 macht den Raum normalerweise nicht schneller warm als Stufe 3. Sie legt lediglich eine höhere Zieltemperatur fest.
Bei üblichen Thermostaten entspricht:
- Stufe 2 ungefähr 16 Grad,
- Stufe 3 ungefähr 20 Grad,
- Stufe 4 ungefähr 24 Grad.
Die tatsächlichen Werte können je nach Einbau und Umgebung abweichen.
Schon ein Grad weniger Raumtemperatur kann den Heizenergieverbrauch ungefähr um sechs Prozent reduzieren. Das ist eine Faustregel, keine garantierte persönliche Ersparnis. Gebäudezustand, Heizsystem, Wetter und Nutzungsverhalten beeinflussen das Ergebnis.
Senke die Temperatur nicht blind immer weiter. Zu niedrige Temperaturen können zusammen mit Feuchtigkeit das Schimmelrisiko erhöhen.
15. Raumtemperaturen bewusst festlegen
Nicht jeder Raum braucht dieselbe Temperatur.
Das Umweltbundesamt nennt als Orientierung:
- Wohnbereich ungefähr 20 Grad,
- Küche ungefähr 18 Grad,
- Schlafzimmer ungefähr 17 Grad.
Die Temperatur muss trotzdem zu Nutzung, Gesundheit, Gebäude und persönlichem Wärmeempfinden passen.
Für wenig genutzte Räume ist dauerhaft extremes Auskühlen keine gute Sparstrategie. Verbraucherzentrale und Umweltbundesamt warnen bei sehr niedrigen Temperaturen vor erhöhtem Schimmelrisiko; häufig werden mindestens etwa 16 bis 18 Grad als Orientierung genannt.
Nutze ein einfaches Thermometer statt nur dein Gefühl.
Manche Räume fühlen sich wegen Zugluft, hoher Luftfeuchtigkeit oder kalter Oberflächen ungemütlich an, obwohl die Lufttemperatur gar nicht besonders niedrig ist.
16. Heizkörper freihalten und Auffälligkeiten melden
Heizkörper sollten ihre Wärme ungehindert an den Raum abgeben können.
Vermeide:
- Möbel direkt vor dem Heizkörper
- schwere bodenlange Vorhänge darüber
- große Verkleidungen
- dauerhaft darauf liegende Wäsche
- zugestellte Thermostatköpfe
Prüfe außerdem:
- Wird der Heizkörper nur teilweise warm?
- Gluckert er?
- Reagiert das Thermostat nicht?
- Bleiben einzelne Räume kalt?
- Werden andere Räume übermäßig warm?
- Läuft die Heizungsanlage ungewöhnlich laut?
Als Mieter solltest du technische Defekte und unzureichende Heizleistung dem Vermieter beziehungsweise der Hausverwaltung melden. Entlüften oder andere Eingriffe solltest du nur durchführen, wenn du weißt, was an deiner Anlage erlaubt und erforderlich ist.
Bei ungleichmäßiger Wärmeverteilung kann ein hydraulischer Abgleich sinnvoll sein. Das ist eine Aufgabe für Fachbetriebe und eher ein Thema für Eigentümer oder Vermieter.
17. Richtig und kurz lüften
Dauerhaft gekippte Fenster können Räume auskühlen, während der Luftaustausch langsam bleibt.
Effizienter ist meist:
- Fenster weit öffnen
- kurz stoßlüften
- wenn möglich querlüften
- nach Duschen und Kochen sofort Feuchtigkeit entfernen
- Schlafzimmer nach dem Aufstehen lüften
Im Winter können je nach Außentemperatur wenige Minuten ausreichen. Im Frühjahr und Herbst dauert der Luftaustausch häufig länger. Die Verbraucherzentrale nennt im Winter etwa drei bis fünf Minuten und in Übergangszeiten ungefähr zehn bis zwanzig Minuten als Orientierung.
Während des Lüftens kannst du das Thermostat herunterdrehen. Nach dem Schließen stellst du es wieder auf die gewünschte Temperatur.
18. Temperatur und Luftfeuchtigkeit gemeinsam messen
Eine kalte Wohnung ist nicht automatisch trocken.
Je kühler der Raum, desto schneller kann Feuchtigkeit an kalten Wänden und Wärmebrücken problematisch werden.
Ein Thermo-Hygrometer zeigt:
- Raumtemperatur
- relative Luftfeuchtigkeit
Die Verbraucherzentrale nennt für ein behagliches Raumklima abhängig von der Nutzung ungefähr 18 bis 22 Grad und 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchtigkeit. In schlecht gedämmten Gebäuden kann an kalten Stellen allerdings bereits ein niedrigerer Feuchtewert problematisch werden.
Achte besonders auf:
- beschlagene Fenster
- feuchte Raumecken
- kalte Außenwände
- Schränke direkt an Außenwänden
- muffigen Geruch
- dauerhaft erhöhte Luftfeuchtigkeit
Schimmelverdacht gehört nicht mit Duftspray oder zusätzlichem Dekokissen behandelt. Ursache und Umfang müssen geklärt werden.
Welche Maßnahmen solltest du zuerst umsetzen?
Nicht jede Sparmaßnahme ist gleich sinnvoll.
Teile deine Ergebnisse in vier Gruppen ein.
Sofort und kostenlos
Dazu gehören beispielsweise:
- Temperatur prüfen
- Kühlschrank korrekt einstellen
- Geräte vollständig ausschalten
- Stand-by reduzieren
- Waschmaschine besser beladen
- Trockner seltener nutzen
- Deckel beim Kochen verwenden
- Heizkörper freiräumen
- Stoßlüften statt Dauer-Kippstellung
- „Zuerst prüfen“-Liste führen
Günstige kleine Anschaffungen
Mögliche Beispiele:
- Strommessgerät
- Thermometer
- Thermo-Hygrometer
- abschaltbare Steckdosenleiste
- Dichtungsprüfung
- LED-Leuchtmittel für häufig genutzte Lampen
- Sparduschkopf
- Strahlregler
Kaufe auch hier nicht automatisch alles. Ein Strommessgerät kann gegebenenfalls ausgeliehen werden.
Maßnahmen mit genauer Wirtschaftlichkeitsprüfung
Dazu gehören:
- neuer Kühlschrank
- neuer Gefrierschrank
- Wärmepumpentrockner
- neuer Durchlauferhitzer
- zusätzliche smarte Thermostate
- Austausch einer Heizungspumpe
Vergleiche:
- gemessenen Verbrauch
- Anschaffungskosten
- mögliche Ersparnis
- verbleibende Lebensdauer
- Reparaturfähigkeit
- tatsächliche Nutzung
Eine alte, selten genutzte Kaffeemaschine muss nicht durch ein neues Premiumgerät ersetzt werden, um Strom zu sparen. Der Neukauf könnte finanziell die teuerste „Sparmaßnahme“ des Jahres werden.
Fachliche oder bauliche Maßnahmen
Dazu gehören:
- hydraulischer Abgleich
- Austausch der Heizungspumpe
- Heizungsoptimierung
- Dämmung
- neue Fenster
- größere Änderungen an der Warmwasserbereitung
- Heizungstausch
Diese Punkte gehören in Fachhände und müssen bei Mietwohnungen mit Eigentümer beziehungsweise Vermieter abgestimmt werden.
Eine alte ungeregelte Heizungspumpe kann ein erheblicher Stromverbraucher sein. Die Verbraucherzentrale nennt für den Austausch durch eine Hocheffizienzpumpe ein mögliches Einsparpotenzial von rund 90 Prozent beim Pumpenstrom. Ob sich der Austausch konkret lohnt, muss anhand der vorhandenen Anlage geprüft werden.
Typische Fehler beim Energiesparen
Nur Kleingeräte verdächtigen
Ein Ladegerät bekommt schnell die Schuld, während der alte Kellerkühlschrank ungestört weiterläuft.
Prüfe zuerst Laufzeit und Verbrauch.
Alle Geräte sofort ersetzen
Ein effizienteres Gerät spart nicht automatisch genug, um den Kaufpreis schnell auszugleichen.
Erst messen, dann vergleichen.
Raumtemperatur zu stark senken
Zu kalte Räume können ungemütlich sein und in Verbindung mit Feuchtigkeit das Schimmelrisiko erhöhen.
Fenster dauerhaft kippen
Das kann Flächen auskühlen und ist im Winter häufig weniger effizient als kurzes, vollständiges Öffnen.
Sparen ohne Ausgangswert
Ohne Zählerstand und Ausgangsverbrauch weißt du später nicht, ob eine Maßnahme tatsächlich geholfen hat.
Nur auf die Effizienzklasse schauen
Achte beim Gerätekauf zusätzlich auf den konkreten Verbrauch in Kilowattstunden und die passende Gerätegröße. Die Verbraucherzentrale empfiehlt ausdrücklich, neben der Effizienzklasse den angegebenen Verbrauch auf dem Energielabel zu vergleichen.
Komfort unnötig streichen
Energiesparen sollte zuerst Verschwendung reduzieren.
Eine gemütliche Leselampe am Abend ist nicht automatisch das Problem. Vielleicht läuft gleichzeitig im Keller ein uraltes Gefriergerät für drei Packungen Erbsen.
Häufige Fragen zu Stromfressern und Heizkosten
Wie finde ich den größten Stromfresser?
Miss Geräte mit langer Laufzeit oder hohem Wärme- beziehungsweise Kältebedarf.
Beginne mit:
- Kühlschrank
- Gefriergerät
- Trockner
- Waschmaschine
- Geschirrspüler
- elektrischem Warmwasser
- Unterhaltungselektronik
- Zweitgeräten
- Heizungspumpe
Ein Strommessgerät liefert zuverlässigere Werte als bloßes Raten.
Welche Geräte verbrauchen im ausgeschalteten Zustand Strom?
Möglich sind unter anderem:
- Fernseher
- Receiver
- Spielekonsolen
- Router
- Lautsprecher
- Drucker
- Computerzubehör
- Geräte mit Display oder Netzteil
Ob und wann ein Gerät vollständig getrennt werden darf, steht in der Bedienungsanleitung.
Lohnt sich eine schaltbare Steckdosenleiste?
Sie kann sinnvoll sein, wenn mehrere Geräte gemeinsam vollständig abgeschaltet werden dürfen.
Sie bringt wenig, wenn sie ständig eingeschaltet bleibt oder Geräte daran hängen, die eine dauerhafte Stromversorgung benötigen.
Sollte ich einen alten Kühlschrank sofort ersetzen?
Nein.
Miss zunächst seinen tatsächlichen Verbrauch und vergleiche ihn mit einem passenden neuen Gerät. Berücksichtige Kaufpreis, Größe, Nutzung und Zustand.
Wie viel spart ein Grad weniger Heizung?
Als Faustregel werden ungefähr sechs Prozent weniger Heizenergie pro Grad genannt. Deine tatsächliche Ersparnis hängt jedoch stark von Gebäude, Wetter, Heizsystem und bisheriger Temperatur ab.
Welche Temperatur sollte ein Wohnzimmer haben?
Das Umweltbundesamt nennt ungefähr 20 Grad als Orientierung, sofern dies als angenehm empfunden wird. Individuelle Bedürfnisse und Gebäudeeigenschaften können eine andere Einstellung erfordern.
Sollte ich ungenutzte Räume gar nicht heizen?
Dauerhaft sehr kalte Räume können das Schimmelrisiko erhöhen. Häufig werden mindestens etwa 16 bis 18 Grad als Orientierung empfohlen. Türen zu kühleren Räumen sollten geschlossen bleiben, damit warme feuchte Luft nicht dort kondensiert.
Wie oft sollte ich den Stromzähler ablesen?
Für den Energiecheck zunächst wöchentlich, später beispielsweise monatlich.
Wichtig ist eine möglichst vergleichbare Uhrzeit und die Notiz besonderer Ereignisse.
Wann brauche ich fachliche Hilfe?
Bei:
- auffällig hohem Verbrauch ohne erkennbare Ursache,
- technischen Problemen der Heizung,
- häufig ausfallender Elektrik,
- heißen Steckdosen oder Kabeln,
- beschädigten Geräten,
- Schimmelverdacht,
- ungleichmäßiger Wärmeverteilung,
- oder geplanten baulichen Änderungen.
Elektrische Anlagen, Gasgeräte und Heizsysteme gehören in qualifizierte Fachhände.
Erst messen, dann sinnvoll sparen
Der beste Energiespartipp ist nicht zwangsläufig der auffälligste.
Vielleicht liegt dein größtes Potenzial tatsächlich im Stand-by-Verbrauch.
Vielleicht ist es der alte Gefrierschrank.
Vielleicht läuft der Trockner häufiger als gedacht.
Oder die Wohnung wird auf 23 Grad geheizt, obwohl sich alle bei 20 bis 21 Grad genauso wohlfühlen würden.
Du findest das nicht durch Vermutungen heraus, sondern durch einen einfachen Ablauf:
- Verbrauch und Rechnungen vergleichen
- Zählerstände dokumentieren
- lange laufende Geräte messen
- Raumtemperaturen und Feuchtigkeit prüfen
- kostenlose Maßnahmen zuerst umsetzen
- nach vier bis acht Wochen erneut vergleichen
- größere Anschaffungen erst danach bewerten
Du musst nicht alle 18 Checks an einem Wochenende erledigen.
Beginne heute mit drei Dingen:
- Stromzähler ablesen
- Kühlschranktemperatur kontrollieren
- Raumtemperatur im Wohnzimmer messen
Damit hast du noch keinen perfekten Energiesparhaushalt.
Aber du hast endlich echte Ausgangswerte. Und die sind sehr viel wertvoller als die pauschale Behauptung, dass bestimmt das Ladegerät schuld ist.
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Enthalten sind:
- Abrechnungsvergleich
- Zählerprotokoll
- Geräteübersicht
- 7-Tage-Messplan
- Stand-by-Check
- Küchen- und Waschküchencheck
- Heizcheck für jeden Raum
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Vielen Dank fürs Lesen!
Ich hoffe, dieser Artikel hat dir hilfreiche Ideen und neue Inspiration für dein Zuhause und deinen Alltag gegeben.Bleib inspiriert – mit dem Newsletter von Deine SparFee
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Maria „Deine SparFee“
„Mit kleinen Ideen und etwas Kreativität kann aus wenig richtig viel werden.“



